Unheimliches Wiedersehen – Zawrel und sein Peiniger

ON ZDF 2003

Es ist eine Geschichte, die nicht nach dem echten Leben klingt. Sie erinnert in ihrer Brutalität und Schicksalsschwere an einen Hollywood-Film. Wien 1940: Weil sein Vater dem Hitler-Regime kritisch gegenüber steht, wird der zwölfjährige Friedrich Zawrel in den “Spiegelgrund” eingeliefert, eine Euthanasieanstalt, die unter dem Deckmantel der Psychiatrie läuft. Dort wird er vier Jahre lang auf bestialische Art und Weise misshandelt. Der verantwortliche Arzt: Heinrich Gross. 1944 gelingt dem Jungen die Flucht. Was folgt, ist eine kleinkriminelle Karriere, die sich bis in die 70er-Jahre zieht. Bei einem Prozess soll ein Gutachter über Zawrel urteilen. Sein Name: Heinrich Gross. Der Peiniger von einst wird zum Richter über das Schicksal des Mannes und gibt die Empfehlung: lebenslange Sicherheitsverwahrung für diesen “geistig abnormen Rechtsbrecher”.

Viktor Grandits sprach mit Zawrel, anderen “Spiegelgrund”-Patienten und – als einziger Journalist überhaupt – mit Gross selbst. Ein halbes Jahr lang dauerte es, bis dieser Film abgedreht war. Um die ganze Tragweite und Dramatik der Euthanasieklinik aufzuzeigen, wurden einige Szenen, die Zawrel schilderte, mit einem neunjährigen Schauspieler nachgestellt.

 

Autor/Regie: Victor Grandits